Gradlinig leben

Pastor Martin Westerheide

"Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt." Es wird wieder Frühling. Klar, aus den Rösslein sind inzwischen große Traktoren geworden mit schweren Geräten, Pflügen oder Fräsen. Wenn uns diese Ungetüme auf der Straße begegnen, wird uns ganz anders zumute. Die Aufgabe aber, der Sinn, ist derselbe geblieben. "Er setzt seine Wiesen und Felder instand. Er pflüget den Boden, er egget und sät, und regt seine Hände frühmorgens und spät."

Ich bin auf einem Bauernhof groß geworden. Es war für uns als Jungs unser ganzer Stolz, die Furche beim Pflügen schnurgerade hinzubekommen. Bei missglückter Furche war einem der Spott der Brüder sicher. Also, volle Konzentration, auf der anderen Seite des Feldes einen Orientierungspunkt suchen, nicht ablenken lassen.

Wollen Sie ein gradliniges Leben führen? Wer eine gerade Furche pflügen will, muss das Ziel im Auge behalten. Das Leben ist nach vorn ausgerichtet. Jesus sagt in Lukas 9,62: "Wer seine Hand an den Pflug legt und schaut zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes." Das Reich Gottes kommt nicht erst im Jenseits, sondern das Reich Gottes ist mitten unter uns, sagt Jesus. Es ist die Gegenwart Gottes hier auf dem Feld meines Lebens. Er geht mit. Ihn will ich im Auge behalten, wenn sich mein Leben nicht im Kreis drehen soll, nicht nur um mich selber drehen soll.

Wenn wir unser Leben nach ihm ausrichten, bekommen wir gerade Furchen hin. Wie geht das? Meine Tante, eine Diakonisse, sagte: "Indem ich fix alles mit dem Herrn Jesus bespreche." Das nennt man beten. Tun wir das! So halten wir die Wiesen und Felder unseres Lebens in Stand