Ein feste Burg

Am 31. Oktober feiern viele Menschen Halloween. Seine Ursprünge hat es im katholischen Irland. Es wurde am Abend vor Allerheiligen, an dem katholische Christen ihrer Heiligen gedenken, begangen („All Hallows’ Eve“, der Abend vor Allerheiligen). Aber daran denkt vermutlich heute wohl keiner mehr, wenn er oder sie sich gruselige Kostüme anzieht oder Kürbisse aushöhlt.

Am 31. Oktober feiern viele evangelische Christen Reformationstag. Vor über 500 Jahren hatte Martin Luther (beileibe kein Heiliger!) den wahren Kern des biblischen Evangeliums entdeckt und daraufhin 95 Thesen zur Reform der Kirche verfasst. Auch daran denken heute nicht mehr viele ...

Angesichts täglich neuer Schreckensnachrichten – von Corona über Kriege, Terroranschlägen bis hin zu Flüchtlingsdramen und Naturkatastrophen – frage ich mich: Auf was bauen wir unser Leben? Was trägt und hält uns in dieser Zeit - und im Leben und im Sterben?

„Und wenn die Welt voll Teufel wär, und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir und nicht so sehr, es soll uns doch gelingen“, dichtete Martin Luther in dem Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“.

Die Zeiten waren damals nicht besser. Kriege, Mord und Totschlag, Armut, Not und Elend, Willkür der herrschenden, eine marode Kirche – all das würde heute für tägliche Schlagzeilen sorgen. Luther setzte dem allen die Trost- und Trotzkraft des christlichen Glaubens entgegen: „Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit' für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muss er behalten.“

Was hindert uns, dem zu vertrauen, der sich durch und in allen Zeiten im Leben ungezählter Menschen als „feste Burg“ erwiesen hat?