Kopf hoch!

Dr. Manfred Dreytza

„Wenn diese Dinge zu geschehen beginnen, richtet euch auf und fasst Mut, denn dann ist eure Erlösung nahe.“ (Lukas 21,28)

Ich war am Boden zerstört. Alles, was schiefgehen konnte, war schiefgegangen. Ein Freund wollte mich ermutigen. „Kopf hoch“, sagte er, „es kommt noch schlimmer.“ Na, dachte ich, auf deinen Galgenhumor kann ich verzichten.

„Kopf hoch“, sagt auch Jesus zu seinen Nachfolgern. Eben hatte er ihnen noch erklärt, dass es gegen Ende der Geschichte schlimmer werden würde. Die Kräfte des Weltalls werden aus den Fugen geraten. Die Völker werden von Angst und Schrecken gepackt sein und wissen nicht mehr aus noch ein.

Und dann sehen sie den Menschensohn - damit meint sich Jesus Christus selbst - mit Macht und Herrlichkeit kommen. Also: Kopf hoch, schaut nach oben!

Christen, die das glauben, werden zu allen Zeiten für Spinner gehalten. Geht der Lauf der Geschichte nicht seit zweitausend Jahren unverändert weiter? Es ist eine einzige Kette von Leid, Tod, Unrecht und Gewalt, unterbrochen von kurzen Friedenspausen. Und da behauptet Jesus, eines Tages werde er dieser Kette von Gewalt und Unrecht ein Ende bereiten, indem er sichtbar auf diese Erde zurückkommt, um sein Reich der Gerechtigkeit aufzurichten? Wer glaubt denn sowas!

Ich finde das unglaublich entlastend. Für ein gutes Ende der Geschichte muss ich nicht sorgen. Dafür sorgt ein anderer.

Was sagt Jesus? „Kopf hoch, es kommt noch schlimmer?“ Nein, „Kopf hoch, ich komme“. Wer’s glaubt, wird selig.