Auf der Seite des Siegers

 

Erhöhung ist ja immer gut. Wenn das Gehalt erhöht wird, ist das super. Wenn die Börsenkurse nach oben steigen, steigt auch das Gefühl, dass alles in Ordnung ist. Erhöhung fühlt sich insbesondere dann gut an, wenn es um die eigene Person geht. Wenn man sich herausgehoben fühlt und der Bekanntheitsgrad des eigenen Namens sich plötzlich erhöht. Und jeder gibt sich gern der Vorstellung hin, wie es wäre „ganz oben“ zu sein.

Im Johannes-Evangelium lesen wir: „Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben“ (Joh.3.14b.15).

Diese Worte Jesu, die in einem Vier-Augen-Gespräch mit dem Pharisäer Nikodemus fallen, überraschen. Denn eigentlich haben wir Jesus bislang anders kennengelernt. Dass Gott Mensch wurde, ist schon mal das Gegenteil einer Erhöhung. Dazu die Geburt fernab jeder Öffentlichkeit als Kind kleiner Leute. Er selbst hat sich freiwillig erniedrigt. Es lag ihm nichts an Ruhm, Ehre, Macht und Besitz. Und sein Kreuzestod war ja der sichtbare Ausdruck eines absoluten Tiefpunktes.

Doch auf die Erniedrigung folgt die Erhöhung. Der Vater im Himmel hat ihn erhöht. Wo wir den armen Jesus sehen, sieht Gott seinen eingeborenen Sohn. Wo wir seine Armut sehen, ist er reich in Gott. Die Frucht des Sterbens Jesu heißt Auferstehung. Mit der Erhöhung bestätigt und bezeugt Gott Jesus als den Christus, den Davids Sohn und König, den er für alle Völker eingesetzt hat. Am Kreuz hat Jesus den Sieg errungen, und in der Auferstehung, in der Erhöhung wird das offenbar. Er ist in den Himmel aufgefahren, sitzt zur Rechten des Vaters in Herrlichkeit, regiert in Ewigkeit.

Wenn wir diesen Christus im Glauben annehmen, dann haben wir Teil an seinem Sieg durch das Leiden hindurch. Dann sind wir reich durch die Armut hindurch. Dann haben wir ewiges Leben auch im Sterben.

Gott sei Dank: Wir sind auf der Seite des Siegers, weil der Sieger auf unserer Seite ist.