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„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen“ (Johannes 6, 37). Das ist die Jahreslosung für 2022. Ist das nicht selbstverständlich? Ein Gott, der Leute, die ihn aufsuchen, abweist oder gar „rauswirft“ – wie es wörtlich heißt – können Sie sich das vorstellen? Natürlich nicht.

Aber ist auch klar, was das bedeutet? Jesus schickt keinen fort, keinen Pharisäer, keinen Zöllner, keinen Verbrecher, keinen heimlichen Sünder, keinen „aus der letzten Reihe“, wie Pastor Heinrich Kemner es formulierte. Wie vermurkst ein Leben auch sein mag, keiner kann sagen: „Gott will nichts mehr von mir wissen.“

Und wie geht es mir, wenn ich deprimiert bin, wenn ich mich blamiert habe, wenn ich mich am liebsten verkriechen möchte und keinen Menschen sehen will, wenn ich müde, frustriert, enttäuscht bin? Wie geht es Leuten, die verlassen wurden, die eine schwere Krankheit bekommen haben, die um ihren Ehepartner trauern?

Es tut gut, dann zu wissen, dass Jesus keinen verlässt, der ihm einmal sein Leben anvertraut hat.

Johannes, der diese Worte Jesu aufgeschrieben hat, nennt sich selbst staunend den „Jünger, den der Herr liebhat“. Und aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach sprechen mich diese Zeilen immer besonders an: „Ich weiß gewiss, er liebet mich. Mein Herz liebt ihn auch inniglich und wird ihn ewig ehren. Was könnte mich nun für ein Feind bei solchem Glück versehren? Du, Jesus, bist und bleibst mein Freund; und werd ich ängstlich zu dir flehn: Herr, hilf! So lass mich Hilfe sehn.“

Mit dieser Gewissheit kann man getrost leben und sterben.