Pflanze des Monats

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Es gibt Pflanzen, die einem einfach gut tun. Nicht nur aufgrund ihrer auffallenden Blütenfarbe oder einer spektakulären Blatttextur, sondern in ihrer Gesamtheit. Duftpelargonien zählen für mich zu diesen Pflanzen. Auch in der kühlen Jahreszeit (die nun hoffentlich bald hinter uns liegen wird) verströmen sie, je nach Sorte, ihren individuellen Wohlgeruch, der oft anregend ist (zitronige Aromen), manchmal betörend schön (rosenartige Aromen) und einen gelegentlich sogar tief durchatmen lässt (eukalyptusartige Aromen). An diesen Tagen, an denen man sich frustriert fragt, wie man die Arbeit schaffen soll und warum die verflixte Bewässerung sich mal wieder nicht steuern lässt, erweisen sich die Stellflächen mit den Duftpelargonien als Ort positiver Erfahrung. Nicht nur die intensiven Aromen erfreuen mich, sondern auch, wie pflegeleicht und wenig krankheitsanfällig sie sind.

Die meisten Duftpelargonien kommen ursprünglich aus den Küstenregionen Südafrikas und daher leitet sich auch ihre Anspruchslosigkeit her: Sie lieben einen sonnigen Platz mit einer durchlässigen Erde und wollen eher trocken gehalten werden. Im Gegensatz zu ihren bekannteren Schwestern, den Balkonpelargonien (=Geranien), gedeihen Duftpelargonien auch sehr gut an hellen Orten ohne direkte Sonnenbestrahlung bis in den Halbschatten. Das ist ein breites Einsatzspektrum, das sie deutlich von vielen anderen Beet- und Balkonpflanzen abhebt. Sie eignen sich sehr gut als Topf- oder Kübelpflanze, lassen sich jedoch auch direkt ins Beet setzen. Innerhalb einer Saison entwickeln sich kräftige, wuchsstarke Pflanzen, die als Solitäre platziert werden können oder auch als Gruppenpflanzen Verwendung finden.

Duftpelargonien waren im 18. und 19. Jahrhundert äußerst beliebt; vor allem im englischen Sprachraum. Die bekannteren Balkongeranien wurden erst später populär. Im Gegensatz zu diesen haben die duftenden Pelargonien kleinere, aber oft umso hübschere Blüten, die diese besonderen Blattdufter zu echten Schönheiten machen und zwar diese etwas zurückhaltende Schönheit, die sich bei genauem Hinschauen und Verweilen entfaltet. Sortennamen wie ‘Orange Fizz‘, ‘Concolor Lace‘, Rober’s Lemon Rose‘ oder ‘Attar Of Roses‘ entfalten schon beim Lesen eine mentale Duftexplosion. Von allen sogenannten Rosengeranien kommt der Duft der Sorte ‘Attar Of Roses’ dem der echten Rose am nächsten. Diese bereits seit 1800 bekannte und kultivierte Sorte besitzt einen so hohen Anteil ätherischen Öls, dass es Zeiten gab, in denen aus den Blättern ein Parfümöl destilliert wurde, das an das echte Rosenöl erinnerte und dieses (teure) Öl ersetzte. ‘Attar of Roses‘ hat eine leicht überhängende Wuchsform und hellrosa Blüten - wunderschön! An langen, heißen Sommertagen verströmt sie bis weit in den Abend ihren intensiven Rosenduft, der bei jeder leichten Berührung im Vorbeigehen zusätzlich aktiviert wird.

Dass man Duftpelargonien auch gut in der Küche einsetzen kann, ist immer noch relativ unbekannt. Bei Fleisch-, Fisch oder Gemüsegerichten, in Salaten, Desserts oder in Gelee - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig: Weniger ist mehr, da die Aromen der Duftpelargonien sehr intensiv sind.

Eröffnen wir die Gartensaison doch mit Intensität, Freude und Schönheit: einer Duftpelargonie eben!

Kommen Sie gut durch den wunderschönen Monat Mai und bleiben Sie gesund!

Ihr Team der Krelinger Landgärtnerei

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