Ukraine-Abend in Krelingen

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„Wir beten auch für euch“

Ukrainischer Abend im GRZ Krelingen

62 Flüchtlinge aus der Ukraine beherbergt das GRZ Krelingen seit Kriegsbeginn. Im Rahmen eines Begegnungsabends am 18. August in der Kirche des GRZ bedankten sie sich nun bei ihren Gastgebern mit Liedern, filmischen Eindrücken aus der Ukraine und kulinarischen Spezialitäten aus ihrer Heimat.

Viele der Flüchtlinge sind Waisenkinder. In der Ukraine lebten sie zusammen mit ihren Pflegeeltern und deren leiblichen Kindern in Kinderhäusern der Stiftung „Brücke zum Leben“ (Rahden/Westfalen). Pjotr und Viktoria Wozniak sind mit ihren insgesamt acht Kindern – zwei eigenen und sechs Pflegekindern – aus der Nähe von Dnipropetrowsk nach Krelingen gekommen. Der russische Angriff traf sie völlig unvorbereitet. Am 14. März, rund drei Wochen nach Kriegsbeginn, machten sie sich als Familie um fünf Uhr morgens auf den langen und beschwerlichen Weg nach Deutschland und fanden im GRZ Krelingen Aufnahme. Gemeinsam mit anderen Flüchtlingen sind sie in den Jugendhäusern des GRZ untergebracht.

„Wir wollten die Kinder in Sicherheit bringen, um sie vor traumatischen Erlebnissen zu bewahren“, sagt Sergej Boiko, der mit seiner Frau Tanja und neun Kindern aus Belaja Zerkowj (Region Kiew) nach Krelingen gekommen ist. „In Krelingen wurden wir sehr freundlich aufgenommen. Es war für uns alles neu und fremd. Aber hier wurden wir wie Erstkläßler an die Hand genommen“, berichtet Sergej. „Krelingen ist für uns ein wunderbarer Ort.“ Vor allem die Kinder fühlen sich auf dem großen Gelände mit Spiel- und Sportplätzen wohl. Einige von ihnen gehen schon zur Schule, andere werden nach den Ferien eingeschult.

Ansprechpartner für die Flüchtlinge aus der Ukraine ist Hans Wölk (59), zweiter Vorsitzender des GRZ und Leiter der Krelinger Seelsorgearbeit. Wölk, ist in Kirgisien geboren und kam als Jugendlicher nach Deutschland. Er fungiert als Übersetzer und Begleiter bei Behördengängen und Fragen rund um den Aufenthalt der Flüchtlinge.

Beim Begegnungsabend brachten Kinder und Erwachsene in Liedern und Gebeten ihren Wunsch nach Frieden in der Ukraine und ihre Sehnsucht, bald wieder in die Heimat zurückkehren zu können, zum Ausdruck. Aber auch ihre vorübergehende Heimat Deutschland liegt ihnen am Herzen. „Wir beten auch für euch“, sagt Sergej Boiko.