Bürger einer neuen Welt

Wer etwas haben will, wer etwas erreichen will, der muss gewöhnlich etwas dafür tun. Das beginnt bei der guten Zensur, das geht über die Ausbildung für den Beruf, das gilt im Berufsleben. Wir können manchmal schwer annehmen, wenn uns jemand etwas schenkt und damit zu etwas verhilft, ohne unseren Einsatz. Wir fühlen uns im Wert gemildert, denn der ist ja nur aufgrund unserer Leistung da. Wer etwas leistet, ist etwas wert. So sind wir erzogen. Und deshalb will man auch nicht von der Gnade des anderen abhängen. Gnade schaltet die eigene Leistung und damit die eigene Initiative aus, Wert zu gewinnen.

Nun gibt es ein Ziel, das mit Leistung nicht zu erreichen ist. Dieses Ziel heißt „Seligkeit“ Von diesem Ziel spricht der Apostel Paulus im Brief an die Epheser (Eph 2,8): „Aus Gnade seid ihr selig geworden durch den Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.“

Mit „selig“ wird hier die Rettung umschrieben. Diese Rettung und damit das ewige Leben bekommen wir also geschenkt: durch den Glauben an Jesus Christus.

Ist diese Rettung wirklich ein Geschenk, wenn man zuerst daran glauben muss? Sie ist und bleibt ein Geschenk. Denn was für alle Geschenke zutrifft, gilt auch hier. Ein Geschenk muss man entgegennehmen, um es zu bekommen. Der Glaube ist nichts anderes. Wir strecken Gott unsere Hände entgegen und nehmen dankbar an, was er für uns getan hat. Das, was wirklich zählt, bekommt jeder Mensch geschenkt, ob arm oder reich. Er muss dieses Geschenk nur noch annehmen.  Die Maßstäbe, mit denen sonst gemessen wird, sind für Christen zerbrochen und aufgehoben. Nicht Leistungen sind mehr entscheidend - auch die „frommen“ nicht. Gewicht hat allein, was Gott verspricht und was er zu tun vermag. Wer diese Gnade, dieses Geschenk, annimmt, ist geradezu geadelt: zum Bürger der neuen Welt Gottes.