Conformitas Christi

Andacht: Conformitas Christi

Eigentlich ist ja Fastenzeit. Seit Aschermittwoch. Aber weil dieses Jahr gar kein Fasching (oder Karneval) war, nur Umzüge auf leeren Straßen, und Büttenreden in leeren Sälen, meinen sogar Kirchenleute, dass sieben Wochen Verzicht vor Ostern zu viel verlangt ist. „Wir müssen eh schon auf so vieles verzichten in diesen Zeiten …“, so oder so ähnlich, höre ich reden. Und so rät Margot Käßmann (stattdessen), sieben Wochen weniger griesgrämig in die Welt zu blicken.

Richtig ist: Die Fastenzeit will gar nicht, dass wir den Gürtel enger schnallen oder unsere Gewohnheiten unterbrechen. Die Fastenzeit (im Advent und vor Ostern) lädt vielmehr ein, unser Leben im Einklang mit dem Evangelium, das heißt diesem Jesus von Nazaret, zu leben: „Conformitas Christi“ nannten das die mittelalterlichen Theologen, auch Luther: Das Leben angleichen an den, der unvergleichlich ist. Lieben, was er liebt. Leiden, wie er leidet. Leben, weil er lebt.

„Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus tat, mir tut: mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab, sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab?“ (3. Strophe vom Lied „Bei Dir, Jesu, will ich bleiben“ von Philipp Spitta, 1833).